Selbst gemachte Falafel wie in Berlin-Neukölln, knusprig aus dem Ofen in 25 Minuten

Selbst gemachte Falafel wie in Berlin-Neukölln, knusprig aus dem Ofen in 25 Minuten

In den lebhaften Straßen von Berlin-Neukölln hat sich die Falafel zu einem kulinarischen Symbol entwickelt. Diese knusprigen Kichererbsenbällchen, die ursprünglich aus dem Nahen Osten stammen, erobern seit Jahren die Herzen der Hauptstadtbewohner. Während die traditionelle Zubereitung das Frittieren in heißem Öl vorsieht, bietet die Ofenvariante eine gesündere Alternative ohne Geschmackseinbußen. Die Herausforderung besteht darin, jene charakteristische Knusprigkeit zu erreichen, die Falafel-Liebhaber so schätzen. Mit der richtigen Technik und einigen Kniffen gelingt es, in nur 25 Minuten authentische Falafel zu zaubern, die den Straßenständen in Neukölln in nichts nachstehen. Diese Methode spart nicht nur Zeit, sondern auch Kalorien, während der intensive Geschmack vollständig erhalten bleibt.

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25

mittel

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Kichererbsen

Die getrockneten Kichererbsen müssen mindestens 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen. Dieser Schritt ist absolut entscheidend für die richtige Konsistenz. Verwende niemals vorgekochte Kichererbsen aus der Dose, da diese zu viel Feuchtigkeit enthalten und die Falafel matschig werden lassen. Nach dem Einweichen die Kichererbsen gründlich abtropfen lassen und mit einem sauberen Küchentuch trocken tupfen. Je trockener die Kichererbsen sind, desto besser wird das Endergebnis.

2. Herstellung der Falafel-Masse

Die abgetropften Kichererbsen in die Küchenmaschine geben. Zwiebelpulver, Knoblauchpulver, gemahlenen Kreuzkümmel, gemahlenen Koriander, Cayennepfeffer, Salz und schwarzen Pfeffer hinzufügen. Die Mischung pulsieren lassen, bis eine grobe, krümelige Textur entsteht. Die Konsistenz sollte an feuchten Sand erinnern, nicht an einen glatten Brei. Dieser Unterschied ist fundamental für die spätere Textur. Das Sesammehl und 2 Esslöffel Olivenöl untermengen und erneut kurz pulsieren. Die Masse sollte zusammenhalten, wenn man sie zwischen den Fingern drückt, aber nicht klebrig sein.

3. Zugabe von Backpulver

Das Backpulver erst kurz vor dem Formen zur Masse geben und schnell unterrühren. Das Backpulver sorgt für die luftige Innentextur und sollte daher nicht zu früh hinzugefügt werden, da es sonst seine Wirkung verliert. Dieser chemische Prozess beginnt sofort bei Kontakt mit Feuchtigkeit, weshalb das Timing hier besonders wichtig ist.

4. Formen der Falafel

Den Backofen auf 220 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit dem restlichen Olivenöl leicht einpinseln. Mit leicht angefeuchteten Händen oder einem Eisportionierer kleine Bällchen von etwa 3 cm Durchmesser formen. Die Falafel sollten kompakt sein, aber nicht zu fest gepresst werden. Jeden Falafel-Ball leicht flach drücken, sodass kleine Scheiben von etwa 1,5 cm Höhe entstehen. Diese Form garantiert maximale Knusprigkeit bei gleichmäßiger Garung.

5. Vorbereitung zum Backen

Die geformten Falafel mit etwas Abstand auf dem vorbereiteten Backblech verteilen. Jede Falafel mit einem Pinsel oder Spray leicht mit Olivenöl bestreichen. Die Sesamsamen gleichmäßig über die Falafel streuen und leicht andrücken. Diese Sesamkruste wird im Ofen wunderbar knusprig und verleiht den charakteristischen Geschmack, den man von Neuköllner Falafel-Läden kennt.

6. Backen im Ofen

Das Backblech in die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens schieben. Nach 12 Minuten die Falafel vorsichtig mit einem Pfannenwender umdrehen. Dieser Schritt ist essentiell für die gleichmäßige Bräunung. Weitere 10 bis 13 Minuten backen, bis beide Seiten goldbraun und knusprig sind. Die genaue Backzeit kann je nach Ofenmodell leicht variieren, daher nach 20 Minuten Gesamtbackzeit die Farbe kontrollieren. Die Falafel sind fertig, wenn sie außen knusprig sind und beim Klopfen hohl klingen.

7. Abkühlen und Servieren

Die fertigen Falafel kurz auf dem Blech ruhen lassen, damit sie ihre endgültige Festigkeit entwickeln können. Nach etwa 2 Minuten sind sie bereit zum Servieren. Die Falafel schmecken am besten warm, können aber auch bei Raumtemperatur genossen werden.

Lena Küstenmacher

Tipp vom Chefkoch

Für extra knusprige Falafel das Backblech vor dem Belegen für 5 Minuten im Ofen vorheizen. Die Hitze von unten sorgt sofort für eine knusprige Kruste. Ein weiterer Profi-Trick besteht darin, die Falafel nach der Hälfte der Backzeit kurz mit etwas Wasser zu besprühen und dann weiter zu backen. Diese Dampfentwicklung macht das Innere noch fluffiger, während die Außenseite durch das anschließende Trocknen knuspriger wird. Wer die Falafel vorbereiten möchte, kann die geformten rohen Bällchen problemlos einfrieren und bei Bedarf direkt aus dem Gefrierschrank backen, wobei sich die Backzeit um etwa 5 Minuten verlängert.

Getränkebegleitung im Neukölln-Stil

Zu diesen Falafel passt traditionell ein eisgekühlter Ayran, ein salziges Joghurtgetränk, das die Würze der Gewürze perfekt ausgleicht. Alternativ harmoniert ein frisch gepresster Granatapfelsaft hervorragend mit den erdigen Aromen der Kichererbsen. Für Bierliebhaber empfiehlt sich ein helles, spritziges Pils oder ein Weizenbier, wie es in Berliner Imbissen gerne serviert wird. Wer es alkoholfrei bevorzugt, greift zu einem Minz-Limonaden-Mix oder einem klassischen türkischen Schwarztee mit viel Zucker, der in Neukölln zu jeder Tageszeit getrunken wird.

Zusätzliche Info

Die Falafel hat eine jahrtausendealte Geschichte, die bis ins alte Ägypten zurückreicht, wo sie vermutlich als Fleischersatz während der koptischen Fastenzeit entwickelt wurde. Nach Berlin kam die Falafel in den 1970er Jahren durch nahöstliche Einwanderer. Besonders in Neukölln, einem Stadtteil mit hohem Anteil arabischer und türkischer Bevölkerung, entwickelte sich eine lebendige Falafel-Kultur. Heute reihen sich entlang der Sonnenallee und Karl-Marx-Straße zahlreiche Imbisse, die jeweils ihre eigene Falafel-Interpretation anbieten. Die Neukölln-Variante zeichnet sich oft durch besonders intensive Gewürze und großzügige Portionen aus. Interessanterweise verwenden viele Berliner Falafel-Stände eine Mischung aus Kichererbsen und Favabohnen, während die reine Kichererbsen-Version, wie sie hier vorgestellt wird, als klassische Variante gilt.

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