Die Faschingszeit ohne Krapfen ist wie ein Karneval ohne Kostüme: einfach undenkbar. Doch viele Hobbybäcker scheuen sich vor der Zubereitung dieser traditionellen Leckerei, weil sie glauben, Hefeteig sei zu kompliziert. Dabei ist die Herstellung von flaumigen Faschingskrapfen mit der richtigen Technik und etwas Geduld gar nicht so schwierig. Diese goldgelben, luftigen Köstlichkeiten, die von außen knusprig und innen herrlich weich sind, lassen sich mit wenigen Grundzutaten und dem richtigen Know-how problemlos zu Hause zaubern.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Behandlung des Hefeteigs und der optimalen Frittiertemperatur. Wer einmal den Dreh raus hat, wird feststellen: Selbstgemachte Krapfen schmecken nicht nur deutlich besser als gekaufte, sondern machen auch richtig stolz. In dieser ausführlichen Anleitung erfahren Sie alle wichtigen Schritte, Tricks und Kniffe, damit Ihre Faschingskrapfen garantiert gelingen und Ihre Familie und Freunde begeistern werden.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorteig ansetzen
Die lauwarme Milch in eine kleine Schüssel geben und die frische Hefe hineinbröckeln. Einen Teelöffel Zucker dazugeben und alles gut verrühren, bis sich die Hefe vollständig aufgelöst hat. Diesen Vorteig, also eine Mischung aus Hefe, Flüssigkeit und etwas Zucker, die der Hefe einen Vorsprung beim Gären gibt, etwa zehn Minuten an einem warmen Ort stehen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden und die Oberfläche schaumig wird.
2. Hauptteig herstellen
Das Mehl in eine große Schüssel oder die Schüssel der Küchenmaschine sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Den Vorteig hineingießen und mit etwas Mehl vom Rand bestäuben. Die weiche Butter in kleinen Stücken, den restlichen Zucker, das Salz, die Eigelbe, den Vanillezucker, die abgeriebene Zitronenschale und den Rum hinzufügen. Mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder von Hand etwa zehn Minuten lang kräftig kneten, bis ein glatter, geschmeidiger Teig entsteht, der sich vom Schüsselrand löst.
3. Erste Gehphase
Den Teig zu einer Kugel formen und in der Schüssel belassen. Mit einem sauberen Küchentuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort etwa eine Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Ein idealer Ort ist beispielsweise der leicht angewärmte Backofen bei etwa 30 Grad oder in der Nähe der Heizung.
4. Teig ausrollen und ausstechen
Die Arbeitsfläche leicht bemehlen und den gegangenen Teig darauf geben. Mit dem Nudelholz vorsichtig auf etwa einen Zentimeter Dicke ausrollen, dabei nicht zu stark drücken, damit die Luftbläschen im Teig erhalten bleiben. Mit einem runden Ausstecher von etwa acht Zentimetern Durchmesser Kreise ausstechen. Die Teigreste können erneut zusammengeknetet und ausgerollt werden.
5. Zweite Gehphase
Die ausgestochenen Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit einem Küchentuch abdecken. Nochmals etwa 30 bis 40 Minuten gehen lassen, bis sie deutlich aufgegangen und luftig geworden sind. Diese zweite Gehphase ist entscheidend für die flaumige Konsistenz der Krapfen.
6. Öl erhitzen
In einem hohen Topf oder einer Fritteuse das Pflanzenöl auf etwa 170 Grad erhitzen. Die Temperatur lässt sich am besten mit einem Küchenthermometer kontrollieren. Ist das Öl zu heiß, verbrennen die Krapfen außen, bevor sie innen gar sind. Ist es zu kalt, saugen sie sich mit Fett voll und werden nicht knusprig.
7. Krapfen frittieren
Die Teiglinge vorsichtig mit einer Schaumkelle ins heiße Öl gleiten lassen, dabei nicht zu viele auf einmal, damit die Temperatur konstant bleibt. Etwa drei bis vier Minuten auf der ersten Seite goldbraun backen, dann mit der Schaumkelle vorsichtig wenden und weitere drei bis vier Minuten auf der anderen Seite backen. Die Krapfen sollten von selbst einen hellen Ring in der Mitte bekommen, den typischen Krapfenrand, also die helle Stelle, die entsteht, wo sich die beiden Teighälften beim Aufgehen treffen.
8. Abtropfen lassen
Die fertigen Krapfen mit der Schaumkelle aus dem Öl heben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Sie sollten goldgelb und appetitlich aussehen. Kurz abkühlen lassen, aber noch warm weiterverarbeiten.
9. Füllen und bestäuben
Die Marillenmarmelade in einen Spritzbeutel mit langer Tülle füllen. Die Tülle seitlich in jeden Krapfen stechen und vorsichtig etwa einen Esslöffel Marmelade hineinspritzen. Man spürt, wenn der Krapfen gefüllt ist, weil er sich praller anfühlt. Anschließend die gefüllten Krapfen großzügig mit Puderzucker bestäuben.
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Die Temperatur des Öls ist entscheidend: verwenden Sie unbedingt ein Küchenthermometer, um konstant 170 Grad zu halten. Ein alter Bäckertrick besagt, dass man einen Holzlöffelstiel ins Öl halten kann: steigen kleine Bläschen auf, ist die Temperatur richtig. Achten Sie darauf, dass die Krapfen beim Frittieren genug Platz haben und drehen Sie sie nur einmal, damit sich der typische helle Rand bildet. Frisch zubereitete Krapfen schmecken am besten noch leicht warm, lassen sich aber auch am nächsten Tag noch genießen. Für besonders flaumige Krapfen ist es wichtig, den Teig nicht zu fest zu kneten und ihm ausreichend Zeit zum Gehen zu geben.
Die perfekte Begleitung zu Faschingskrapfen
Zu diesen süßen, traditionellen Gebäckstücken passt am besten ein heißer Kaffee oder Cappuccino, der die Süße der Krapfen ausgleicht und den Geschmack der Marillenmarmelade unterstreicht. Auch ein Glas Milch ist besonders bei Kindern eine beliebte Wahl.
Für Erwachsene bietet sich zur Faschingszeit auch ein Glas Sekt oder Prosecco an, um die festliche Stimmung zu unterstreichen. In Österreich trinkt man traditionell gerne einen Melange eine österreichische Kaffeespezialität ähnlich dem Cappuccino zu Krapfen. Wer es weniger süß mag, kann auch einen ungesüßten schwarzen Tee servieren.
Zusätzliche Info
Die Faschingskrapfen, auch Berliner oder Pfannkuchen genannt, haben eine lange Tradition in der mitteleuropäischen Backkultur. Ursprünglich wurden sie nur in der Faschingszeit gebacken, da vor der Fastenzeit noch einmal alle reichhaltigen Zutaten wie Butter, Eier und Schmalz verbraucht werden sollten.
Der Name Krapfen leitet sich vermutlich vom althochdeutschen Wort krapho ab, was so viel wie Haken oder Kralle bedeutet und auf die ursprüngliche Form hinweist. In Wien und Österreich sind Krapfen ein fester Bestandteil der Faschingstradition und werden in Konditoreien bereits Wochen vor dem Faschingsdienstag in großen Mengen produziert.
Die klassische Füllung besteht aus Marillenmarmelade, aber es gibt auch Varianten mit Himbeermarmelade, Pflaumenmus oder Vanillecreme. Der typische helle Rand in der Mitte, der sogenannte Krapfenrand, ist ein Qualitätsmerkmal: er zeigt, dass der Teig richtig aufgegangen ist und die Krapfen beim Frittieren richtig gewendet wurden.



