Hefezopf wie vom Bäcker: Mit diesem Trick wird er dreimal so fluffig

Hefezopf wie vom Bäcker: Mit diesem Trick wird er dreimal so fluffig

Der Hefezopf gehört zu den beliebtesten Gebäckstücken der deutschen Bäckertradition. Doch während das Ergebnis vom Bäcker stets luftig-leicht und wunderbar fluffig ausfällt, gelingt der selbstgebackene Zopf oft kompakter als gewünscht. Der entscheidende Unterschied liegt in einer simplen, aber wirkungsvollen Technik: der Tangzhong-Methode, einem asiatischen Verfahren, bei dem ein Teil des Mehls mit Flüssigkeit zu einem Mehlkochstück verarbeitet wird. Dieses bindet Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass der Teig deutlich weicher, luftiger und länger frisch bleibt. Mit diesem Trick wird der Hefezopf tatsächlich dreimal so fluffig wie bei herkömmlicher Zubereitung – ein Geheimnis, das auch viele Profibäcker nutzen.

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mittel

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Das Mehlkochstück vorbereiten

Nehmt 50 g Mehl und 125 ml Milch in einem kleinen Topf und verrührt beides glatt. Erhitzt die Mischung unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze, bis eine dickliche Paste entsteht, die an Pudding erinnert. Das dauert etwa 2 bis 3 Minuten. Dieser Schritt ist der entscheidende Trick für die dreifache Fluffigkeit. Lasst das Tangzhong, so nennt man dieses Mehlkochstück in der Fachsprache, auf Zimmertemperatur abkühlen.

2. Den Hefeteig ansetzen

Erwärmt die restlichen 125 ml Milch leicht, sodass sie lauwarm ist. Gebt die Trockenhefe und einen Teelöffel vom abgemessenen Zucker hinzu und lasst die Mischung etwa 5 Minuten stehen, bis sie leicht schäumt. Das zeigt, dass die Hefe aktiv ist. In der Schüssel der Küchenmaschine gebt ihr nun das restliche Mehl, den übrigen Zucker, Salz, Vanillezucker, die weiche Butter, die beiden Eier und das abgekühlte Mehlkochstück zusammen.

3. Teig kneten und gehen lassen

Gießt die Hefemilch zur Mehlmischung und lasst die Küchenmaschine mit dem Knethaken etwa 8 bis 10 Minuten auf mittlerer Stufe arbeiten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und geschmeidig, aber nicht klebrig sein. Falls er zu fest erscheint, gebt noch einen Esslöffel Milch hinzu. Formt den Teig zu einer Kugel, legt ihn in eine leicht geölte Schüssel, deckt ihn mit einem feuchten Küchentuch ab und lasst ihn an einem warmen Ort etwa 60 bis 90 Minuten gehen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

4. Teig teilen und Stränge formen

Nach der Gehzeit nehmt den Teig aus der Schüssel und drückt ihn sanft zusammen, um die Luft herauszulassen. Teilt den Teig in drei gleich große Portionen. Das funktioniert am besten mit einer Küchenwaage, damit alle Stränge später gleichmäßig aussehen. Rollt jeden Teil zu einem etwa 40 cm langen Strang. Achtet darauf, dass die Stränge in der Mitte dicker sind als an den Enden, das gibt dem Zopf später eine schönere Form.

5. Den Zopf flechten

Legt die drei Stränge nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und drückt sie am oberen Ende fest zusammen. Beginnt nun mit dem Flechten: Legt den rechten Strang über den mittleren, dann den linken über den neuen mittleren Strang. Wiederholt diesen Vorgang bis zum Ende und drückt die Enden fest zusammen. Schiebt sie unter den Zopf, damit sie beim Backen nicht aufgehen. Deckt den geflochtenen Zopf erneut mit einem Küchentuch ab und lasst ihn weitere 30 Minuten gehen.

6. Backen und Fertigstellen

Heizt den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Verquirlt das Eigelb mit einem Teelöffel Milch und bestreicht den Hefezopf damit großzügig. Streut den Hagelzucker darüber. Backt den Zopf auf der mittleren Schiene etwa 30 bis 35 Minuten, bis er goldbraun ist. Falls er zu dunkel wird, deckt ihn nach 20 Minuten mit Alufolie ab. Lasst den fertigen Hefezopf auf einem Gitter vollständig auskühlen.

Lena Küstenmacher

Tipp vom Chefkoch

Der Schlüssel zur dreifachen Fluffigkeit liegt wirklich im Mehlkochstück. Diese Methode bindet deutlich mehr Feuchtigkeit im Teig als bei klassischer Zubereitung, wodurch die Krume weicher und luftiger wird. Der Zopf bleibt dadurch auch mehrere Tage frisch und trocknet nicht aus. Achtet darauf, dass das Mehlkochstück wirklich abgekühlt ist, bevor ihr es zum Teig gebt, sonst könnte die Hitze die Hefe schädigen. Ein weiterer Profi-Tipp: Lasst den Teig beim ersten Gehen ruhig etwas länger stehen, wenn die Küche kühl ist. Die Hefe braucht Wärme und Zeit, um ihre volle Triebkraft zu entwickeln. Ideal ist eine Raumtemperatur von etwa 25 Grad. Wenn ihr den Hefezopf am nächsten Tag genießen möchtet, könnt ihr ihn kurz im Ofen bei 150 Grad aufwärmen – dann schmeckt er fast wie frisch gebacken.

Passende Getränke zum Hefezopf

Zum fluffigen Hefezopf passt hervorragend ein frisch gebrühter Filterkaffee oder ein Milchkaffee, dessen milde Röstaromen die butterige Süße des Gebäcks perfekt ergänzen. Auch ein schwarzer Tee mit einem Schuss Milch harmoniert wunderbar. Für Kinder oder Teeliebhaber bietet sich ein Früchtetee oder eine heiße Schokolade an. Am Nachmittag darf es auch ein Glas frisch gepresster Orangensaft sein, dessen Säure einen schönen Kontrast zur Süße bildet.

Zusätzliche Info

Der Hefezopf hat seine Wurzeln in der süddeutschen und österreichischen Backtradition und wurde ursprünglich zu besonderen Anlässen wie Ostern oder Pfingsten gebacken. Die geflochtene Form symbolisiert dabei Zusammenhalt und Verbundenheit. Während in Süddeutschland oft Rosinen oder Mandeln in den Teig kommen, bleibt die norddeutsche Variante meist schlicht. Die Tangzhong-Methode, die wir hier anwenden, stammt ursprünglich aus Japan und hat in den letzten Jahren auch europäische Backstuben erobert. Viele Bäckereien nutzen diese Technik mittlerweile für besonders weiches Brot und Gebäck. Der Hefezopf lässt sich übrigens hervorragend einfrieren und schmeckt nach dem Auftauen fast wie frisch gebacken – einfach bei Zimmertemperatur auftauen lassen und kurz aufbacken.

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