Grießnockerlsuppe: Tipps und Rezept für die perfekte Suppeneinlage

Grießnockerlsuppe: Tipps und Rezept für die perfekte Suppeneinlage

Die Grießnockerlsuppe gehört zu den beliebtesten Klassikern der österreichischen Küche. Diese herzhafte Suppe mit ihren luftigen Grießnockerl (kleine Klöße aus Grieß) wärmt an kalten Tagen und begeistert durch ihre schlichte Eleganz. Ursprünglich als einfache Hausmannskost konzipiert, hat sich das Gericht längst einen festen Platz in der gehobenen Gastronomie erobert. Die Kunst liegt dabei in der perfekten Konsistenz der Nockerl: sie sollen außen fest genug sein, um in der Brühe nicht zu zerfallen, innen aber zart und locker bleiben. Mit den richtigen Handgriffen und etwas Geduld gelingt diese traditionelle Suppeneinlage auch Anfängern mühelos. Die Zubereitung erfordert keine exotischen Zutaten, sondern setzt auf bewährte Grundprodukte, die in jeder gut sortierten Küche vorhanden sind.

20

15

mittel

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Nockerlteig vorbereiten

Die weiche Butter in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen schaumig rühren. Dies dauert etwa drei bis vier Minuten und ist wichtig für die spätere Luftigkeit der Nockerl. Die Eier nacheinander unterrühren, sodass eine homogene Masse entsteht. Mit Salz, frisch geriebener Muskatnuss und der getrockneten Petersilie würzen. Den Hartweizengrieß löffelweise einarbeiten und zu einem glatten Teig verrühren. Der Teig sollte eine mittelfeste Konsistenz haben, weder zu flüssig noch zu fest.

2. Teig ruhen lassen

Die Schüssel mit dem Nockerlteig abdecken und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Diese Ruhephase ist entscheidend, damit der Grieß ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen kann. Der Teig quillt während dieser Zeit auf und erhält die richtige Bindung. Ohne diese Wartezeit würden die Nockerl in der Brühe auseinanderfallen. Die Kälte sorgt außerdem dafür, dass sich der Teig später besser formen lässt.

3. Brühe vorbereiten

Während der Teig ruht, einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Instant-Rinderkraftbrühe nach Packungsanweisung zubereiten. Die Brühe sollte kräftig schmecken, da die Nockerl relativ neutral sind und Geschmack aus der Flüssigkeit aufnehmen. Die Hitze reduzieren, sodass die Brühe nur noch leicht siedet (kleine Bläschen steigen auf, aber es sprudelt nicht). Dies verhindert, dass die Nockerl beim Garen auseinanderbrechen.

4. Nockerl formen und garen

Mit zwei Esslöffeln, die vorher in kaltes Wasser getaucht wurden, kleine Nockerl abstechen. Dazu einen Löffel mit Teig füllen und mit dem zweiten Löffel eine ovale Form ausstreichen. Die Nockerl vorsichtig in die siedende Brühe gleiten lassen. Nicht zu viele auf einmal hineingeben, damit sie genug Platz haben. Die Nockerl etwa 10 bis 12 Minuten ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Dies ist das Zeichen, dass sie gar sind. Mit einer Schaumkelle vorsichtig herausheben.

5. Suppe anrichten

Die fertigen Grießnockerl auf vorgewärmte Suppenteller verteilen. Pro Person rechnet man mit etwa drei bis vier Nockerl, je nach Größe. Die heiße Rinderkraftbrühe darüber gießen. Mit dem gefriergetrockneten Schnittlauch bestreuen, der in der heißen Flüssigkeit sein Aroma entfaltet. Sofort servieren, solange die Suppe dampfend heiß ist und die Nockerl ihre perfekte Konsistenz haben.

Lena Küstenmacher

Tipp vom Chefkoch

Der Schlüssel zu perfekten Grießnockerl liegt in der richtigen Konsistenz des Teigs. Sollte der Teig nach der Ruhezeit zu fest sein, einfach einen Esslöffel Milch unterrühren. Ist er zu flüssig, noch etwas Grieß hinzufügen und weitere 10 Minuten ruhen lassen. Ein Probenockerl hilft dabei, die Konsistenz zu testen: formt ein kleines Nockerl und lasst es in der siedenden Brühe garen. Zerfällt es, benötigt der Teig mehr Grieß. Wird es zu fest, fehlt Flüssigkeit. Die Löffel vor jedem Abstechen in kaltes Wasser tauchen, damit der Teig nicht kleben bleibt. Für besonders lockere Nockerl kann ein Eiweiß steif geschlagen und vorsichtig unter den Teig gehoben werden.

Passende Getränke zur Grießnockerlsuppe

Zur Grießnockerlsuppe passt traditionell ein trockener österreichischer Grüner Veltliner, dessen frische Säure die Fülle der Brühe ausgleicht. Die leichte Pfeffernote des Weins harmoniert wunderbar mit der Muskatnuss in den Nockerl. Alternativ empfiehlt sich ein Riesling aus dem Kamptal, der mit seiner Mineralität die Aromen der Suppe unterstreicht. Wer lieber Bier trinkt, greift zu einem hellen Märzen oder einem milden Pils. Für Weinkenner bietet sich auch ein leichter Zweigelt an, dessen fruchtige Note einen interessanten Kontrast zur herzhaften Suppe bildet. An heißen Tagen kann auch ein gekühlter Grauburgunder eine erfrischende Begleitung sein.

Zusätzliche Info

Die Grießnockerlsuppe ist fest in der österreichischen Esskultur verankert und gehört zum Standard-Repertoire jeder Wiener Wirtshausküche. Ihre Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als einfache, sättigende Gerichte die Arbeiterklasse ernähren mussten. Der Grieß, ein Mahlprodukt aus Hartweizen, war lange Zeit günstiger als Mehl und bot sich als Basis für Suppeneinlagen an. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Grießnockerlsuppe von der simplen Armenspeisung zur geschätzten Vorspeise in gehobenen Restaurants. Heute gilt sie als Inbegriff österreichischer Gemütlichkeit und wird besonders gerne an Sonntagen serviert. In manchen Regionen werden die Nockerl auch mit Leberkäse oder Speck verfeinert. Die Suppe steht symbolisch für die österreichische Fähigkeit, aus einfachen Zutaten Großartiges zu schaffen. In Wien gibt es sogar Wettbewerbe, bei denen die besten Grießnockerl gekürt werden.

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