Festliches Fastenbrechen: Dieses türkische Baklava-Rezept gelingt beim ersten Versuch

Festliches Fastenbrechen: Dieses türkische Baklava-Rezept gelingt beim ersten Versuch

Das Fastenbrechen markiert einen besonderen Moment im Ramadan, wenn Familien nach Sonnenuntergang zusammenkommen. Unter den vielen Köstlichkeiten, die dann den Tisch schmücken, nimmt Baklava einen Ehrenplatz ein. Dieses türkische Gebäck aus hauchdünnem Teig, Nüssen und Sirup verkörpert Gastfreundschaft und Festlichkeit. Viele scheuen sich vor der Zubereitung, da Baklava als kompliziert gilt. Doch mit präzisen Anweisungen und etwas Geduld gelingt dieses Meisterwerk bereits beim ersten Versuch. Die Kombination aus knusprigen Teigschichten und süßem Sirup macht jedes Stück zu einem unvergesslichen Genuss. Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch den Prozess und verwandelt selbst Anfänger in versierte Baklava-Bäcker.

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50

mittel

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Nussmischung

Hacke die Walnüsse und Pistazien grob mit einem scharfen Messer oder einem Nusshacker. Die Stücke sollten etwa 3 bis 4 Millimeter groß sein, damit sie sich gut zwischen den Teigschichten verteilen lassen. Mische beide Nusssorten in einer Schüssel gründlich durch. Diese Mischung bildet das herzhafte Innenleben deines Baklavas und gibt ihm seinen charakteristischen Geschmack.

2. Butter schmelzen

Schmelze die Butter bei niedriger Hitze in einem kleinen Topf. Achte darauf, dass sie nicht braun wird oder spritzt. Die geschmolzene Butter dient zum Bestreichen jeder einzelnen Teigschicht und sorgt für die goldene Farbe und den buttrigen Geschmack. Stelle die Butter beiseite und halte sie flüssig, aber nicht zu heiß.

3. Backform vorbereiten

Bestreiche eine rechteckige Backform (etwa 30 mal 20 Zentimeter) großzügig mit geschmolzener Butter. Dies verhindert, dass die untersten Teigschichten ankleben und erleichtert später das Herauslösen der Stücke. Heize den Backofen auf 180 Grad Celsius vor, damit er bereit ist, wenn das Baklava geschichtet wurde.

4. Erste Teigschichten auslegen

Nimm den Filoteig vorsichtig aus der Verpackung. Dieser Teig ist sehr dünn und empfindlich, weshalb behutsames Arbeiten wichtig ist. Lege die erste Teigplatte in die Form und bestreiche sie mit einem Backpinsel dünn mit geschmolzener Butter. Wiederhole diesen Vorgang mit sieben weiteren Teigplatten. Jede Schicht wird einzeln gebuttert, was für die typische Textur sorgt. Der Filoteig ist ein hauchdünner Blätterteig, der in der türkischen und griechischen Küche verwendet wird.

5. Erste Nussschicht verteilen

Streue etwa ein Drittel der Nussmischung gleichmäßig über die achte Teigschicht. Verteile die Nüsse mit den Händen oder einem Löffel so, dass jede Stelle bedeckt ist. Diese gleichmäßige Verteilung garantiert, dass jedes Stück später die perfekte Menge an Füllung enthält.

6. Weitere Schichten aufbauen

Lege nun vier weitere Teigplatten über die Nüsse, wobei du jede wieder mit Butter bestreichst. Danach folgt die zweite Nussschicht mit einem weiteren Drittel der Mischung. Wiederhole den Vorgang: vier gebutterte Teigschichten, dann die letzte Nussschicht. Dieser Aufbau aus mehreren Lagen erzeugt die charakteristische Struktur des Baklavas.

7. Abschluss der Schichtung

Bedecke die letzte Nussschicht mit den verbleibenden Teigplatten (etwa acht Stück), wobei du jede einzelne wieder mit Butter bestreichst. Die oberste Schicht erhält eine besonders großzügige Butterschicht, damit sie beim Backen schön goldbraun und glänzend wird.

8. Baklava vorschneiden

Schneide das rohe Baklava mit einem sehr scharfen Messer in Rauten oder Quadrate. Führe das Messer dabei langsam und mit sanftem Druck durch alle Schichten bis zum Boden der Form. Die klassische Rautenform erhältst du, indem du erst parallele Linien im Abstand von etwa 4 Zentimetern schneidest und dann diagonale Linien ziehst. Dieses Vorschneiden ist wichtig, da das Baklava nach dem Backen zu knusprig zum Schneiden wäre.

9. Backen des Baklavas

Schiebe die Form in den vorgeheizten Ofen auf die mittlere Schiene. Backe das Baklava für 30 Minuten bei 180 Grad. Reduziere dann die Temperatur auf 150 Grad und backe weitere 20 Minuten, bis die Oberfläche goldbraun und knusprig ist. Diese zweistufige Backmethode verhindert, dass die Oberfläche zu dunkel wird, während das Innere noch nicht durchgebacken ist.

10. Sirup zubereiten

Während das Baklava backt, bereite den Sirup vor. Gib Zucker, Wasser, Zitronensaft, Honig, Zimtstange und Nelken in einen Topf. Bringe die Mischung zum Kochen und lasse sie dann 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln, bis der Sirup leicht eindickt. Entferne die Gewürze und lasse den Sirup vollständig abkühlen. Ein kalter Sirup auf heißem Baklava ist das Geheimnis für die perfekte Konsistenz.

11. Sirup über das Baklava gießen

Nimm das fertig gebackene, noch heiße Baklava aus dem Ofen. Gieße den kalten Sirup langsam und gleichmäßig über die gesamte Oberfläche. Du wirst hören, wie der Sirup zischt und in die Schichten eindringt. Gieße den Sirup entlang der vorgeschnittenen Linien, damit jedes Stück gut durchtränkt wird. Lasse das Baklava mindestens vier Stunden, besser über Nacht, bei Raumtemperatur stehen, damit der Sirup vollständig einziehen kann.

Lena Küstenmacher

Tipp vom Chefkoch

Filoteig trocknet sehr schnell aus. Decke die Teigplatten, mit denen du gerade nicht arbeitest, mit einem leicht feuchten Küchentuch ab. Verwende für den Sirup unbedingt Zitronensaft, da die Säure verhindert, dass der Zucker kristallisiert und sorgt für die richtige Konsistenz. Falls du keine Pistazien findest, kannst du auch nur Walnüsse verwenden oder Haselnüsse hinzufügen. Achte beim Schneiden vor dem Backen darauf, wirklich bis zum Boden durchzuschneiden, sonst lassen sich die Stücke später schwer trennen. Das Baklava schmeckt am zweiten Tag noch besser, da der Sirup dann vollständig eingezogen ist und die Aromen sich entfaltet haben.

Türkischer Tee zum festlichen Baklava

Zum Baklava passt traditionell ein starker, schwarzer türkischer Tee, der in kleinen Gläsern serviert wird. Die herbe Note des Tees bildet einen wunderbaren Kontrast zur Süße des Gebäcks. Alternativ harmoniert auch türkischer Mokka hervorragend mit den nussigen Aromen. Für Kinder eignet sich ein Glas kalte Milch, die die Süße mildert. Manche bevorzugen auch einen Pfefferminztee, der nach dem reichhaltigen Dessert erfrischt und die Verdauung anregt.

Zusätzliche Info

Baklava gehört zu den ältesten Süßspeisen der Welt und wird seit Jahrhunderten im gesamten osmanischen Reich zubereitet. Der Name leitet sich vermutlich vom türkischen Wort für ‚geschichtetes Gebäck‘ ab. Jede Region hat ihre eigene Variante entwickelt, wobei die türkische Version besonders für ihre dünnen Teigschichten und die Verwendung von Pistazien bekannt ist. In der Türkei gilt die Stadt Gaziantep als Baklava-Hauptstadt, wo Meisterbäcker ihr Handwerk über Generationen perfektioniert haben. Während des Ramadan ist Baklava ein fester Bestandteil des Iftars, des abendlichen Fastenbrechens. Die Zubereitung galt lange als Kunst, die nur in spezialisierten Bäckereien beherrscht wurde. Mit industriell hergestelltem Filoteig ist die Zubereitung heute auch zu Hause möglich geworden. Traditionell wurde Baklava zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, religiösen Festen und Familientreffen serviert und symbolisiert Wohlstand und Großzügigkeit.

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