» Britische Scones (nl: schoonbrood) «

Am letzten EU-Tag Großbritanniens saßen ein paar Studienkollegen und ich zusammen. Bei mit Käse überbackenen Nachos, Bier und Weißwein haben wir die wohl traurigste Brexit-Playlist von Spotify gehört. Bis meine österreichischen und italienischen Freunde gemeint haben, das würde ja depressiv machen – danach haben wir ca. 2 Stunden alte High-School Hits angehört und mitgegrölt. Für uns restliche EU-Bürger war das ein Abend wie jeder andere (okay, sonst gibt’s keine Käse-Nachos). 

Um Mitternacht habe ich dann unseren einzigen Engländer gefragt, ob sich das jetzt anders anfühlt – als er Ja gesagt hat, wusste ich nicht, was ich darauf antworten soll. Ich meine, wie soll ich auch diese Unsicherheit nachfühlen können? Als Deutsche in den Niederlanden ist es nicht viel anders wie für einen Norddeutschen im tiefsten Bayern: Man versteht zwar nicht alles, das Essen ist anders, aber ansonsten bleibt eigentlich fast alles gleich – Krankenversicherung, Rentenversicherung*, Arbeitserlaubnis. Und natürlich kann ich massenweise Käse in die eine Richtung und Brot in die andere Richtung einführen. 

An besagtem Freitag hatte ich allerdings irgendwie das Bedürfnis, auf meine Zeit nach dem Abitur zurückzublicken: Damals bin ich auch einfach nach England geflogen, habe mir einen Job gesucht und (naiv wie ich damals war) drei Monate in London gelebt (ja, es gibt dazu noch zig alte Beiträge). In der Bäckerei, in der ich gearbeitet habe, kamen meine Kollegen aus Ungarn, Italien, Spanien, Portugal, Deutschland, Litauen. Sie haben, wie ich, ihr Leben in der Heimat kurz pausiert, um die Welt mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Das ging in 2014 so einfach. Doch wie wird es 2024 wohl sein?

*(es gibt einen Transfer der eingezahlten Beträge)


Da wir das alle nicht wissen, sollten wir wenigstens nicht vergessen, dass die Briten verdammt gute Bäcker sind, wenn es um Victoria Sponge Cake, Bakewell Tart, Shortbread oder natürlich SCONES geht! Daher hier ein super einfach Rezept für die kleinen Gebäckstücke, die mit fast jeder Füllung einfach herrlich schmecken:

Scones

Leckeres, britisches Gebäck, das schnell gebacken ist und für jede Tageszeit passt.
Zubereitungszeit10 Min.
Backzeit20 Min.
Arbeitszeit30 Min.
Gericht: Frühstück, Kuchen
Land & Region: Britisch
Keyword: Gebäck
Rezept von: Antonia

Zutaten

  • 300 + 20 g Mehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • 1 EL Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • 75 g Butter kalt, in Stückchen (vegan: Margarine)
  • 180 ml deine bevorzugte Milch auch kalt
  • 1 Ei zum Bestreichen (vegan: Weglassen!)

Zubereitung

  • Den Ofen auf 180°C (160°C Umluft) vorheizen und ein Blech mit Backpapier (am besten wiederverwendbares!) auslegen.
  • 300g Mehl mit Backpulver, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Die kalten Butterstückchen mit den Händen einarbeiten, sodass eine krümelige Masse entsteht. Mit einer Gabel nun vorsichtig die Milch mit den Krümeln zu einem Teig verarbeiten. Mit dem übrigen Mehl die Arbeitsfläche bestäuben (ggf. die eigenen Hände oder die Teigkugel). Den Teig „zwei-Finger-dick“ ausrollen (oder wie ich: mit den Händen flach drücken) und mit einem Glas (oder Ausstechen) Kreise ausstechen und auf das Blech legen.
  • Für Non-Veganer: Das Ei verquirlen und die Kreise damit bestreichen.
  • Für ca. 20 Minuten im Ofen backen.

 

Mit was man sie belegen kann?

Da ich (klassisch britisch) keine Clotted Cream oder Lemon Curd im Kühlschrank habe, musste Omas herrliche Erdbeer-Johannisbeere-Stachelbeere Marmelade und Frischkäse herhalten. Wer Lust auf internationale Füllung hat, kann natürlich auch kreativ werden und zum Beispiel folgendes wählen:

Italien:
Burrata & getrocknete Tomaten in Öl

Niederlande:
Gouda & Sweet Chili Soße

Frankreich:
Brie & Birne

 

Und ja, Käse passt prima. Wer sich wundert, wieso ich Gouda & Sweet Chili kombiniert hatte, hat wohl noch nie die berühmten Cheese Rolls hier gegessen – Frühlingsrollen, nur mit Käse gefüllt!

Geschmäcker sind verschieden – aber Scones gehen eigentlich immer und halten sich auch recht lange (wenn man sie nicht so schnell loswird wie ich). Bevor ich es vergesse: Wusstet ihr, dass das Wort Scone vom niederländischen Wort „Schoonbrood“ kommt? 😉


Ich wünsche euch noch einen herrlichen Sonntag,

lasst euch bei dem Wetter nicht wegwehen!

Eure Antonia


 


More about Antonia

Economics-Studentin in Amsterdam, die gerne in der Küche werkelt, auf Reisen geht und Rechenaufgaben löst. Wenn sie nicht gerade die Welt entdeckt, ist sie auf dem Rennrad, im Wasser oder in den Laufschuhen zu finden. Oder in einem kleinen Café bei einem guten Cappuccino und einem Stück Appeltaart.

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