Prag {Travel & Guide} … und was „Bohemian“ eigentlich heißt

Fernbus, Flixbus, IC Bus, Megabus, Postbus. Das Busfahren erobert das innerdeutsche Reisefieber. Für ein paar Euro kann man von A nach B fahren, hat dabei meist W-Lan und eine Toilette in der Nähe, muss sich nicht mit Gepäck durch Gänge quetschen, muss nicht auf Sitzplatzsuche gehen. An der Reise mit dem Bus ist schon ‚was dran!

Dieser Beitrag enthält werbliche Inhalte für Colorfotoservice

Auch wenn ich umwelttechnisch ein Verfechter der Bahn bin, wähle ich die günstigere Transportalternative. Da muss sich die DB in den nächsten Jahren wohl noch etwas überlegen, um nicht all die junge Kundschaft an die Busunternhemen zu verlieren. Denn langfristig kann auch die DB nicht über das Angebot des IC Busses überleben.

Jedoch ist der IC Bus schon echt super praktisch, wenn man in Nürnberg wohnt. Die Linie Straßburg-Prag fährt über Mannheim, Heidelberg und Nürnberg. Erst am Samstag bin ich nach Heidelberg gefahren und hatte einen tollen Tag mit Ronja von „von Honig und Vanille“. Und im Mai diesen Jahres (ja, ist schon wieder ein Weilchen her), war ich mit zwei Freundinnen Prag unsicher machen. (Besser gesagt, bin ich krank geworden und meine Freundinnen mussten ohne mich nachts in den Bars Stimmung verbreiten).

Für 28,50 € pro Person sind wir mit dem IC Bus hin- und zurückgefahren. Also ein echtes Schnäppchen! Und weil wir eine so tolle Zeit und eine tolle Gastgeberin hatten, bekommt ihr heute die Insidertipps, die wir uns von Prager Studenten und Bewohnern empfehlen haben lassen.

Designer-Apartment in einer Altbauwohnung, chice Möbel, modernes Bad, super Küche, …

Das war unsere Unterkunft! Über Airbnb haben wir dieses Schmuckstück von Wohnung entdeckt. Ziemlich günstig, zentral gelegen, sauber, modern, PERFEKT!

Das war unsere erste Erfahrung mit Airbnb und wir wurden nicht entäuscht. Während der gesamten Zeit in Prag haben wir uns darauf gefreut, abends heimzukommen. Danach zu duschen, am Tisch zu sitzen. Ins Bett zu krabbeln. Morgens die Nespresso Maschine anzuwerfen und zu frühstücken. Jeder von uns hätte die Wohnung am Liebsten zusammengeklappt, in den Koffer gepackt und mit nach Hause genommen!

 

Unsere Gastgeberin Sanja war auch ein Engel: Selbstgemachte Stadtführer mit tollen Tipps, Restaurantempfehlungen aus der Nachbarschaft und ganz viel Herzlichkeit – bei allem, was wir angesprochen haben. In dem Apartment hat auch nichts gefehlt. Vom Pflaster über Teebeutel – es war alles da, was man irgendwie hätte brauchen können.

Überzeugt euch selbst: Designer Apartment in Prag   (500%ige Empfehlung!)

Das schönste Café, in dem ich je war, ist das „La Boheme„. Es gibt hier so unfassbar guten Kaffee aus der eigenen Rösterei, frische Crossaints mit selbstgemachter Marmelade, tolle Teesorten. So wunderschön eingerichtet, gemütlich, chic. Designer Möbel kombiniert mit bunten Blüten, hohen Bücherregalen, bunten Dosen, großen Sesseln, rotem Samt. Es ist einfach herrlich hier. Hätten wir das Café früher entdeckt, wären wir wohl öfter hier gewesen! (Caféliebe…)

Um die tschechische Küche auch auszunutzen, reservierten wir im „U Kroka„. Für umgerechnet 12 Euro bekommt man hier Vorspeise, Hauptspeise und ein Glas Wein. Dazu eine Geschmacksexplosion und ein tolles Restaurant! Böhmische Knödel, Braten und Apfelstrudel – deftig und lecker! Das Restaurant ist zwar etwas außerhalb gelegen (10min Tramfahren), aber trotzdem gut besucht: Also unbedingt reservieren!

Das typische Touri-Programm war natürlich auch mit von der Partie: Wir tourten 3 Tage durch die Innenstadt vom Allerfeinsten! Aber in Prag muss das auch sein. Die Stadt ist so wunderschön, die Häuser sind wie aus dem Bilderbuch. In jeder Straße finden sich tolle Altbauten – oft in Pastellfarben gestrichen. Die alten Kirchen, Verwaltungsgebäude und die Burg strahlen, als hätte es hier nie einen 2. WK gegeben.

Die Karlsbrücke ist das Touristen-Highlight mit ihren über 500m Länge. Sie verbindet die Altstadt mit der Kleinseite, auf der die Burg steht. Von der Burg aus hat man einen gigantischen Blick über Prag! Fast so gut wie vom Petrin aus…

Denn das „Must-Do“ in Prag ist ein Spaziergang auf den Petrin. Auf dem Weg nach oben kommt man durch malerische Gärten und über verwunschene Pfade. Und oben angekommen kann man auf dem Aussichtsturm die beste Aussicht über Prag genießen!

Tipp: Nicht mit der Touri-Bahn nach oben fahren.  Überteuert, überfüllt und ohne schöne Gärten!

Jetzt ratet mal, was „Bohemian“ heißt! Ich dachte ja immer, dass ist so ein fancy Wort wie „Hipster“. Dabei heißt es schlicht und ergreifend „Böhmisch“. Wer das wusste, darf mich gerne auslachen!

Ich hatte jedenfalls keinen blassen Schimmer. „Bohemian“ war für mich bunt, stylisch und cool, während ich bei „Böhmisch“ an Knödel, selbstgehäkelte Deckchen und das nazideutsche „Protektorat Böhmen und Mähren“ dachte.

Neben dem Sightseeing musste bei uns auch Kaffee und Kuchen drin sein. Nicht so sehr zu empfehlen ist das sagenumwobene „Grand Café Orient“. Das Haus und das Treppenhaus sind sehenswert, der restliche Teil ist Tourikram. Viel lieber haben wir Törtchen im „IF Café“ verputzt! Die Patisserie hat guten Kaffee und einfach soooo leckere Sachen. Ich hatte etwas Mango-Kokosnuss zum Reinlegen. Njomnjom. Schon allein der Anblick der Kuchentheke lässt Träume wahr werden!

An hungrige Eltern, liebe Omas und die besten Freunde muss natürlich auch gedacht werden! Und so hat es uns zweimal auf den „Famers‘ Market“ im hippen Studentenviertel Jiřího z Poděbrad verschlagen (unsere Nachbarschaft). Hier verkaufen lokale Bäckereien, Bauern und Händler frisches Obst, tschechische Spezialitäten, traditionellen Kuchen und noch mehr Leckereien. Tiefenentspannt saßen wir in der Sonne mit frisch gepresstem Saft und saftigem Hefegebäck. Herrlich!

Die letzte Mahlzeit vor der Heimreise nahmen wir bei „Dish- fine burger bistro“ ein. Von drei unterschiedlichen Pragern empfohlen mussten wir da einfach hin! Und wir wurden nicht enttäuscht (jedenfalls die Fleischfresser unter uns). Von BBQ über Süß-Sauer hin zu Portobello-Pilzen: Hier war für jeden Burgerfan etwas dabei. Ich hatte den Burger „Savory“, der sich wie folgt schimpft:

150g beef with dish ketchup, portobello mushroom, caramelised onion, 
baked tomato and parmesan cheese chips.
Mega lecker! Ich bekomme jetzt schon wieder Appetit 😉
 

Weil wir so eine wunderschöne, unvergessliche Zeit in Prag hatten, wären wir am Liebsten dort geblieben. Leider wurde ich am vorletzten Tag krank (Sanja hat mir sogar ein Bett bei ihr zuhause angeboten) und konnte nicht beim „Pub-Crawl“ dabei sein. Denn meine beiden Freundinnen nahmen teil und waren begeistert! Zum Feiern-gehen eine klasse Sache: Eine „geführte“ Tour durch mehrere Clubs und Bars mit Freigetränken und jede Menge neuer Bekanntschaften.

Der Pub-Crawl soll so cool sein, dass wir schon einen Grund mehr haben, noch einmal nach Prag zu kommen. Die Stadt ist so lebendig und sypathisch, dass wir das eh jederzeit wieder gerne tun 🙂

Als Erinnerung durfte ich mir bei dem Fotoserviceanbieter „Colorfotoservice“ Urlaubsfotos bestellen. Meistens werden Reisebilder auf meiner Festplatte eingesperrt. Sie landen da und kommen nie wieder raus ans Tageslicht. Irgendwann hat man die schönen Momente vergessen, an die die Bilder erinnern sollen. Und im schlimmsten Fall verzweifelt man an Windows 10 (ehhhm…. so wie ich!) und schwuppsdiwupps sind alle gelöscht. Forever gone. Daher eine super (simple) Idee, die Fotos einfach mal auszudrucken. Dann hat man nämlich wirklich ‚was von „ich schleppe meine Kamera 24h durch die Stadt“.

Weil ich so ein Fan von Polaroidformat bin, habe ich die unzähligen Pragbilder geordnet und meine Lieblinge bestellt. Die Haptik der Bilder ist super (und besser als bei der Konkurrenz mit Bestell-App), die Bildqualität leider nicht ganz so gut. (Für all meine deutschen Leser geht es hier zu Bestellung.)

Meine lieben Freundinnen haben diesen Text auch Probe gelesen. Und mit den Urlaubsfotos daneben könnten wir alle fast losheulen, weil die Zeit in Prag so schön war. Auch wenn mich eine fiese Grippe heimgesucht hat, war der Kurzurlaub einfach PERFEKT!

Noch liegen die Bilder bei mir im ganzen Zimmer verteilt. Ich kann und will mich nicht dazu aufraffen, sie einzusammeln und in den Schrank zu verbarrikadieren. Ein Urlaubsalbum wäre ziemlich toll. Wenn ich also mal wieder nichts zu tun habe, werde ich mich daran setzen – vorausgesetzt ich reise gerade nicht um die halbe Welt! 🙂

Welche Stadt in Europa fasziniert euch ganz besonders?

Wart ihr schon in Prag?

Druckt ihr Urlaubsbilder aus oder verirren sie sich immer nur auf der Festplatte?

 
Schriftarten: Marcelle, Clementine Sketch, Silverfake, Ostrich Sans Inline

More about Antonia

BWL-Studentin aus Nürnberg, die gerne in der Küche werkelt, auf Reisen geht und Rechenaufgaben löst. Wenn sie nicht gerade die Welt entdeckt, ist sie auf dem Rennrad, im Wasser oder in den Laufschuhen zu finden. Außerdem hat sie ein Faible für Schokolade, schöne Fotos und chices Interior und ist steht's am Basteln.

7 Comments

    1. Hallo Toni,
      ein toller Bericht … der mich überzeugt nach Prag mal wieder zu fahren …
      Denn ich war dort kurz nach dem Mauerfall und habe es seeeeeeeeeeeehr schrecklich in Erinnerung …
      Du zeigst eine moderne Stadt mit seinem eigenen Flair …

      Herzliche Grüße
      Jutta

    1. Ich drucke Urlaubsbilder leider auch viel zu selten aus. Vor kurzem habe ich aber ein Bild von unserem Madrid-Trip groß auf Leinwand drucken lassen.
      Die Theke bei If Cafe sieht ja wahnsinnig toll aus! In Prag war ich leider noch nie.
      Liebe Grüße,Sarah

    1. Sehr schöne Eindrücke und super Tipps!
      Ich war erst letzten Monat in Prag. Hätte ich das mit dem Burgerladen vorher gewusst, hätte ich den echt gerne mal ausprobiert. 🙂

    1. Ach wie schön. Als ich vor Jahren in Prag war, hat mir die Stadt auch so gut gefallen. Da möchten mein Freund und ich unbedingt auch nochmal hin. Ansonsten finde ich die nordischen Städte auch sehr interessant. Aber es gibt auch im eigenen Land viele schöne Städte zu entdecken. Von daher…

    1. Schöner Bericht. Ich war in Prag schon 2 mal, wenn ich das nächste mal wieder hin fahre, werde ich sicherlich ein paar der Lokale besuchen, die du hier erwähnt hast (der burger bistro ist jetzt ein muss).

      lg, diana

    1. Über eine (erfolglose *hihi*) Suche nach dem Cheesecake Rezept vom Cafe Wohlleben in dein Blog gestolpert und nun direkt noch Tipps für die Prag Städtereise erhalten. Ich abonniere mal, macht Spaß mitzulesen :).
      Liebe Grüße aus Nürnberg

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